City of Light – Hat dieses Event Berlin noch gefehlt?

Gastbeitrag zum „City of Light“-Festival von GODsPOWER mit Lukas Repert

(Bildquelle: cityoflight.de) An dieser Stelle veröffentlichen wir einen Gastbeitrag von Robin Eschenbach. Robin hat die Missionsveranstaltung “City of Light” vom 21. bis 24.05.2026 in Berlin beobachtet. Veranstalter des Events war die Organisation “GODsPOWER” unter Leitung von Lukas Repert. Auch zahlreiche weitere Personen und Gruppen, die uns bei FundiWatch immer wieder begegnen, waren mit dabei. Selbst für die Kleinsten war im Bereich des “KidsFestival” “gesorgt”. Vielen Eltern dürfte zunächst nicht mal aufgefallen sein, um was für eine Veranstaltung es sich dort handelte…

Das City of Light-Festival findet regelmäßig an verschiedenen Orten in Deutschland statt. Bereits dieses Wochenende findet vom 19. bis 21.06.2026 das City of Light in Nürnberg statt.

Vielen Dank an Robin für den Bericht!


Techno oder Jesus? Diesmal: Jesus.

Gastbeitrag von Robin Eschenbach

Der Platz vor dem Brandenburger Tor zeigt sich an diesem Nachmittag in seinem üblichen Charme: jemand macht Riesenseifenblasen, Teenager spielen halbherzig Fußball, und ich werde auf dem Weg über den Pariser Platz innerhalb von fünf Minuten von drei Menschen – einem von diekreative, einem von Saddleback und einem von einer Gruppe, die er lieber nicht nennen wollte – zu einem Konzert eingeladen, das „gleich beginnt“. In Berlin bedeutet das entweder Techno oder Jesus. Diesmal: Jesus.

Quelle: https://www.cityoflight.de/

Schon der Auftakt macht klar, wie schwer der Job des modernen Evangelisten im Lausanner sehr gefürchteten “säkularen Gürtel Mitteleuropas” ist. Dieser ist spirituell betrachtet ungefähr das, was Brandenburg für mediterrane Weinbauern ist. Während frühere Missionare noch auf Menschen trafen, die Angst vor Hölle und Ernteausfällen hatten, steht man heute vor Berliner*innen mit Noise-Cancelling-Kopfhörern und einem tief verinnerlichten „Lass mich einfach in Ruhe“. Aus Sicht der Lausanner Bewegung gilt Europa inzwischen als eines der strategisch schwierigsten Missionsfelder überhaupt. Weil viele Menschen das Christentum nicht mehr als gute Nachricht, sondern als moralisch fragwürdig, intellektuell naiv und emotional irrelevant wahrnehmen (vgl. Lausanne Movement. Europe).

Gemeinsam “Seelen retten” – aber psssst…!

Die Bühne gehört „City of Light“, einem evangelistischen Straßenfestival von GODsPOWER rund um Lukas Repert. Dahinter steht ein Netzwerk freikirchlicher Organisationen, das in Berlin gut miteinander verbunden ist.

GODsPOWER veranstaltet neben „City of Light“ auch das „KidsFestival“ im Stadtpark Lichtenberg sowie die „Healing & Power Conference“- am 09.05.2026 erst als „Blessed to be a Blessing“ im ICF Berlin. Mitbeworben und unterstützt werden die Events von GODsPOWER neben ICF Berlin auch von Real Life Berlin, diekreative, Every Nation Berlin, “Neues Leben” u.v.a.

Ganz überraschend kommt das nicht: Seit Wochen wurde auf Plakaten und auf Spotify-Werbung „das Event, das Berlin noch fehlt“ angekündigt – mit „authentischen Geschichten“ und „mitreißender Musik“.

Der evangelikale Hintergrund blieb bei der Spotify-Werbung auffallend diskret. Als wolle man erst beim dritten Song erwähnen, dass es eigentlich um die Rettung unsterblicher Seelen geht.

Quelle: Instagram / City of Light

KidsFestival für die Jüngsten – Überraschungsgast Jesus?

Auf dem KidsFestival begegnet einem dieselbe Strategie von Intransparenz.

Man sieht Kinder in Zorb-Bällen über die Wiese rollen, auf Hüpfburgen, beim Kinderschminkstand oder einander mit Rasierschaum und Popcorn bewerfen. Bratwurst, Zuckerwatte und Getränke gibt es für lau. Kurz gesagt: Es wirkt wie jedes andere Berliner Familienfest – nur mit besserem Catering.

Was man dagegen nicht sieht, ist irgendein Hinweis darauf, dass es sich um eine “christliche” Veranstaltung handelt. Kein Banner, keine offensichtliche Einladung zum Glauben, kein Hinweis auf die Veranstalter. Erst im Bühnenprogramm wird zwischen Spielen und Animation plötzlich gebetet, gesungen und dazu eingeladen, Jesus in das Herz aufzunehmen. Man gewinnt den Eindruck, dass die Veranstalter das Konzept der Überraschungsparty konsequent zu Ende gedacht haben. Nur dass am Ende nicht der Clown aus der Torte springt, sondern die Evangelisation. Zu spät, um seine negative Religionsfreiheit bzw. die von Kindern – manche gerade einmal vier Jahre – ansatzweise zu schützen.

Die Anzahl der evangelisierten Kinder wird am nächsten Tag durchaus stolz in einer der Berliner Gemeinden als Erfolgskennzahl vor sich hergetragen. Man fragt sich, warum – bei aller Versammlungsfreiheit – die Berliner Versammlungsbehörde nicht zumindest auf eine klare Beschilderung gedrängt hat.

“Rettung” von Drogensucht, Spielsucht und “Perversion” im Dringlichkeitsmodus

Zurück vor dem Brandenburger Tor: bereits das Tanzteam erklärt dem spärlichen Publikum, dass Drogensucht, Spielsucht und Perversion (= Homosexualität, vgl. Sommer-Special 2024 von diekreative) Ausdruck desselben geistlichen Elends seien, aus dem man durch ein Leben mit Jesus gerettet werden könne.

Die Worship-Musik hallt über den Platz wider am Hotel Adlon, an der US-Botschaft und an der Akademie der Künste. Dort läuft zeitgleich eine Installation über verbotene Wörter unter der Trump-Administration – inklusive Aufrufen zu Meinungsfreiheit und dem Satz: „Wo Sprache zensiert wird, ist Demokratie in Gefahr.“ Man kann sich schwer des Eindrucks erwehren, dass hier versehentlich das perfekte Gegenprogramm entstanden ist: drüben die Warnung vor ideologischer Kontrolle, hier die Einladung zur totalen Hingabe. Berlin inszeniert seine Ironie zuverlässig selbst.

Dann übernimmt Lukas Repert selbst, der Initiator des Festivals. Der Platz füllt sich langsam, bis irgendwann vielleicht 200 oder 300 Menschen erreicht sind – die meisten davon mit „Follow-Up“-Schildern um den Hals oder im „City of Light“-Shirt.

Es folgt eine Dramaturgie, die weniger auf Diskussion als auf emotionale Überwältigung setzt: anschwellende Musik, immer gleiche Einladung, sich „ins Licht“ retten zu lassen und dazu Reperts Dringlichkeitsrufe wie „Yes, yes, yes!“ oder „Now, now, now!“. Einzelne Personen werden auf die Bühne gezogen, während jede*r den Nachbarn fragen soll, ob er „eigentlich jetzt dort oben stehen sollte“. Evangelisation wirkt hier weniger wie Glaubenssuche als wie spirituelles Gruppencoaching im permanenten Dringlichkeitsmodus.

Einige bekannte Gesichter aus der (ganz) rechten Ecke sind auch dabei…

In den Tagen des Festivals wird auch der rechtsextreme Christfluencer Leonard Jäger aka Ketzer der Neuzeit das Festival besuchen. Auf seinem Instagram-Kanal postet er über das Festival: “Ein großes Evangelisations-Event mitten in Berlin: Das waren gesegnete und und abenteuerliche Tage!”. Und: “And if our God is for us, then who could ever stop us”.

Quelle: Instagram / ketzerderneuzeit

Und auch von einem weiteren bekannten AfD-Unterstützer wird das Festival unterstützt: Der Prediger Markus Rapp, Leiter der Berliner Freikirche Neues Leben in Hohenschönhausen.

Rapp teilte auf seinem Youtube-Kanal (mit immerhin über 77.000 Abonennt*innen) – auf dem auch bereits mehrfach Lukas Repert zu Gast war – den Life-Stream der Abschlussveranstaltung zum City of Light. Rapp ist offener Unterstützer der AfD (zu Rapp vgl. Frontal v.24.6.2o25 ab Minute 6:10), deren Gruppe Christen in der AfD nach ihrer Abschlussveranstaltung in seiner Gemeinde zu Gast war.

Mit seinem Verein Christus für Europa betreibt Rapp den deutschen Ableger der Online-Bibelschule “International School of Ministry” (ISOM bzw. ISDD), in deren Programm auch Kurse zum sog. Seven Mountain Mandate angeboten werden. Nach dem “Seven Mountain Mandate” sollen Christ*innen auf die verschiedenen Gesellschaftsbereiche Einfluss nehmen, diese transformieren, um sie schließlich wieder mit “christlichen” Vorstellungen und Werten zu dominieren.

Mission Europa: Bootcamp für die Seelenrettung

Lukas Repert taucht als Gastredner bei Gemeinden wie ICF, Every Nation, diekreative oder der Gemeinde auf dem Weg auf. Vor einigen Jahren organisierte er sogar ein Evangelisations-Bootcamp in Tansania für Christ for all Nations – jene Missionsorganisation von Reinhard Bonnke, die jahrzehntelang Massenevangelisation perfektionierte.

Und tatsächlich endet just gleichzeitig mit City of Lights die sechswöchige School of Evangelism von Christ for all Nations in Berlin, für die Lukas Repert neben Gaby Wentland von Mission Freedom, Jean-Luc Trachsel und Ben Fitzgerald (der wiederum eine eigene Mission School, die School of Ministry der Awakening Church hat und sich von der US-Evangelikalen Trump-nahen Bethel Church aus mit seiner Organisation Awakening Europe aufgemacht, Europa zu erretten) als “Instructor” engagiert war.

Rund 30 angehende Berliner Missionar*innen wurden dort für schlappe 3.999 Euro Teilnahmegebühr darin geschult, Hemmungen zu überwinden, Fremde anzusprechen und aktiv Menschen für Jesus zu gewinnen. Seit Wochen wird entsprechend der Alexanderplatz bespielt: mal von amerikanischen Rappern, mal von Chris Schuller (Follow his Call Ministries / Encounter Nights) persönlich – der bereits am Tag 1 der City of Light aufgetreten ist – mal von jungen Missionar*innen in Ausbildung, die noch nicht gelernt haben, dass Berliner Gespräche üblicherweise nach drei ungefragten Sätzen enden.

In den USA, Brasilien oder Nigeria hätte Lukas Repert womöglich ganze Arenen gefüllt. Stattdessen wurde ihm ausgerechnet das Berliner Publikum auf das Herz gelegt: Menschen, die entweder gar kein Deutsch sprechen oder seit Jahren genug davon haben, ungefragt erklärt zu bekommen, wie sie zu leben haben. So zieht die durchschnittliche Berlinerin mit jener stoischen Gleichgültigkeit vorbei, die normalerweise nur Menschen entwickeln, die seit Jahren gleichzeitig mit Straßenmusiker*innen, Zeugen-Jehovas-Ständen, Junggesell*innen-Abschieden und BVG-Ersatzverkehr leben. Man schaut kurz hin, denkt „Aha, heute also Evangelikale“, und geht weiter zur U-Bahn.

Berlin bekehrt sich nicht? Dann eben nächste Woche wieder

Das entmutigt die Missionsbewegung allerdings kaum. Bereits am 13. Juli beginnt der zweiwöchige „Million Month“ der Awakening Church in Berlin. Frisch gestärkt vom „Empowerment Weekend“ werden erneut junge Missionar*innen mit beneidenswert schlechter Kenntnis der Berliner Mentalität auf den Alexanderplatz ausschwärmen, um Berlin zur „city of renewal, influence and hope for Germany and beyond“ zu machen.

Quelle: awakeningberlin.de

Der säkulare Gürtel Mitteleuropas gilt schließlich nicht deshalb als gefürchtet, weil man dort aufgibt, sondern weil man dort immer wieder glaubt, dass es diesmal bestimmt klappt.

Wachsam bleiben – Aufklärung tut Not!

Und dennoch: Auch wenn viele Berliner*innen schulterzuckend an diesem Event vorbeilaufen, sollten wir den Einfluss christlich-fundamentalistischer Organisationen in Deutschland nicht unterschätzen.

Auch in Berlin existiert mittlerweile ein breites Netzwerk entsprechender Gemeinden und Freikirchen mit lautstarker Social Media Präsenz. Dort geht es häufig nicht nur um einen selbstverständlich von der Religionsfreiheit geschützten persönlichen Glauben, sondern um Verbreitung anti-pluralistischer und radikal-konservativer Weltbilder. Gerade vor dem Hintergrund einer zunächst bunten und modern erscheinenden Außenfassade, ist dies für Außenstehende bzw. neu hinzutretende Personen oft kaum erkennbar. Treten dann erste Konflikte auf, ist der Ausstieg für viele alles andere als einfach.

Es heißt also: Wachsam bleiben und über diese Ideologien aufklären. Denn nicht überall, wo Hüpfburgen, Popcorn und Lobpreismusik draufstehen, ist am Ende nur ein harmloser Sonntagsausflug drin.


Mehr zum Thema:

Mission Respekt – oder Mission gescheitert?

Wie die Bremische Evangelische Kirche dem „Hassprediger“ Olaf Latzel wieder eine Bühne bietet

Die Bremische Evangelische Kirche (BEK) hat sich jahrelang vom in Medien als „Hassprediger“ bezeichneten und wegen Volksverhetzung angeklagten Olaf Latzel distanziert – und ihn disziplinarisch sanktioniert.

Jetzt kooperiert ausgerechnet ihr eigenes Projekt „Lighthouse“ im Rahmen der „Aktionswoche.Evangelisation“ mit Latzel und seiner St. Martini Gemeinde. Am gleichen Wochenende heißt Latzel mit der Alliance Defending Freedom (ADF) anschließend einen einflussreichen Player der internationalen christlichen Rechten bei sich willkommen.

Nachfragen weicht die Kirchenleitung aus – und dann erhalten wir eine Mail, die wir eigentlich nie hätten erhalten sollen und an der ablesbar wird, wie die BEK in dieser Angelegenheit agiert.

Eine Pressemitteilung zu diesem Artikel ist hier abrufbar.

Edit (13.04.2026): Über den Fall berichten zwischenzeitlich auch mehrere Medien, wie u.a. queer.de (09.04.2026) und die taz (12.04.2026). Außerdem haben wir noch den Abschnitt „Lighthouse – das Trojanische Pferd der Evangelikalen in die Bremer Zivilgesellschaft?“ ergänzt.


Über den Einfluss der Evangelikalen auf die Soziale Arbeit in Bremen, insbesondere die Kinder- und Jugendarbeit des Sozialwerks der Freien Christengemeinde Bremen und dessen Netzwerke, berichteten wir hier.

Weiterlesen

Ein Projekt zwischen Aufbruch und Rückgriff

Beim Lighthouse Bremen handelt es sich um eine gesamtkirchliche Arbeitsstelle der Bremischen Evangelischen Kirche (BEK). Auf den ersten Blick inszeniert sich das Lighthouse modern und weltoffen: niedrigschwellig, experimentell, nah an den Menschen.

Formate wie „Prayer to go“ oder Bikertreffen unter dem Titel „Ride on Faith“ sollen Glauben aus kirchlichen Räumen herausholen und auch kirchenferne Gruppen erreichen:

Website der „Lighthouse – Bremische Evangelische Kirche“ mit Navigationsleiste (Info, Aktionen, Termine, Newsletter, Galerie, Kontakt). Darunter ein Abschnitt „Das LIGHTHOUSE erklärt“ mit einem Foto eines beleuchteten Kirchengebäudes bei Nacht und erklärendem Text zum Projekt „Lighthouse“.
Screenshot Webseite Lighthouse, Quelle: https://lighthouse-bremen.de/

Ein zweiter Blick weckt jedoch bereits andere Assoziationen: Angebote wie „Feuerabende für Männer!“ knüpfen wohl doch eher an konservativ-evangelikale Milieus inklusive darin vertretener klassischer Rollenbilder an – „echte Männer“ treffen sich am offenen Feuer „unter sich“:

Werbebild mit der Aufschrift „LIGHTHOUSE Feuerabende“: Am Strand bei Abenddämmerung stehen mehrere Männer um ein Lagerfeuer, im Hintergrund ist Wasser mit Lichtern am Horizont zu sehen. Unten steht der Text „Feuerabende für Männer!“.
Screenshot Werbung für Lighthouse-„Feuerabende“,Quelle: https://lighthouse-bremen.de/

Die missionarische Ausrichtung des Lighthouse wird jedenfalls stark betont.

Lighthouse – das Trojanische Pferd der Evangelikalen in die Bremer Zivilgesellschaft?

(Edit 13.04.2026: Dieser Abschnitt wurde nach Erstveröffentlichung hinzugefügt)

Bereits Mitte 2022 berichtete die taz über das Lighthouse Bremen und dessen Leiter Johannes Müller – dem ehemaligen Jugendreferenten der Matthäusgemeinde, die wie St. Martini und die Stiftung Marburger Medien Mitglied der Evangelischen Allianz ist.

Die Evangelische Allianz Deutschland (EAD) arbeitet übrigens immer wieder mit der Alliance Defending Freedom (ADF) zusammen, wie beispielsweise bei Veröffentlichung von queerfeindlichen Broschüren, erst Ende letzten Jahres zum Selbstbestimmungsgsetz.

Die Gruppe Religionsfrei in Bremen berichtet, dass die Förderung der Evangelikalen durch die Leitung der BEK bereits 2013 mit der Neuwahl des Kirchenausschusses unter Vorsitz von Edda Bosse, der damaligen Kirchenleiterin, begonnen habe.

Religionsfrei in Bremen bezeichnet das Lighthouse als…

„…das Trojanische Pferd der Evangelikalen in die Bremer Zivilgesellschaft“.

Entsprechendes lässt sich scheinbar auch für die Rolle des Lighthouse innerhalb der als eher liberal geltenden Bremer Landeskirche selbst feststellen…

„Mission Respekt“ – Anspruch mit Sollbruchstelle

Offiziell arbeitet das Lighthouse unter dem Leitmotiv „Mission Respekt“. Gemeint ist ein missionsorientierter Ansatz, der Verkündigung mit Dialog, Respekt und Religionsfreiheit verbinden soll.

Das hierzu veröffentlichte Konzeptpapier des Lighthouse nimmt Bezug auf das ökumenische Leitpapier „MissionRespekt. Christliches Zeugnis in einer multireligiösen Welt.

Das Leitpapier wurde 2011 vom Ökumenischen Rat der Kirchen, der Evangelischen Weltallianz und dem Vatikan veröffentlicht. Konservative Evangelikale sehen in dem Papier teils eine Verwässerung klassischer Evangelisation zugunsten von Dialog, während andere betonen, der Anspruch respektvoller Glaubenskommunikation unter Achtung anderer Glaubensbekenntnisse bleibe oft programmatisch und werde von aggressiven Missionspraktiken in Teilen der Christenheit noch längst nicht eingelöst.

Und tatsächlich: Auch im aktuellen Fall zeigt sich, wie wirkungslos das Papier weiterhin bleibt. Denn wie sollten die Ansprüche des erwähnten Papiers mit einem Pastor zusammen passen, dessen Predigten immer wieder Respekt vermissen lassen oder Respekt vor Andersdenkenden und -gläubigen gar willentlich verwehren?

Missionstraining mit einem der umstrittensten Pastoren Deutschlands

Vom 20. bis 24. April 2026 lädt das Lighthouse zur „Aktionswoche Evangelisation.

Das Ziel:

„Christen in D darin AUSBILDEN und SENDEN, das Evangelium klar zu formulieren und mutig ‚Eins zu Eins‘ weiterzugeben.“

Zweiteiliges Plakat zur „Aktionswoche Evangelisation“ (20.–24. April 2026). Links: Titel, Datum und Slogan „Geh’ los und erzähl’ bei dir vor Ort von Jesus!“ sowie ein QR-Code für weitere Infos. Rechts: Beschreibung der Aktionswoche mit Einladung, den christlichen Glauben praktisch weiterzugeben, gefolgt vom Tagesprogramm (Workshop, Einsatz, Feiern). Unten stehen Treffpunkt (St. Martini-Kirche in Bremen), Anmeldehinweis mit QR-Code "theturning.info" sowie Logos von Lighthouse und St. Martini.
Veranstaltungsankündigung auf der der Webseite von Lighthose, Quelle: lighthouse-bremen.de


In täglichen Workshops mit Lighthouse-Leiter Johannes Müller wird das Missionieren trainiert, bevor es dann für den „Praxisteil“ auf die Straße geht. Abends wird das Erlebte „gefeiert“.

Programmübersicht zum Ablauf der „Aktionswoche (20.–24. April)“. Überschrift „Ablauf der Tage Mo–Fr“. Treffpunkt werktags 16–19:30 Uhr in St. Martini Bremen oder vor Ort. Programmpunkte: 16:00 Ankommen; 16:30–16:45 Andacht (Olaf Latzel, via YouTube); 16:45–17:20 Training (Johannes Müller, via YouTube); 17:20–17:30 Gebet und Vorbereitung; 17:30–18:30 Outreach in Teams; 18:30–19:30 Zeugnisse, Lobpreis, Gebet und Abschluss. Zusätzlich: Sonntag 10:00 Gottesdienst aus St. Martini (YouTube-Übertragung).
Ablaufprogramm der Aktionswoche, Quelle: lighthouse-bremen.de


Treffpunkt und offenbar spirituelles Zentrum der Aktionswoche ist die St. Martini Gemeinde Bremen. Jeder Tag beginnt mit einer Andacht von Olaf Latzel. Andachten und Workshops werden auch online übertragen, so dass Gemeinden die Evangelisationswoche auch bei sich vor Ort organisieren können.

All das geschieht in Zusammenarbeit mit einem Pastor, der zeitgleich mit Gehaltskürzungen durch die BEK sanktioniert wird.

Der Fall Latzel: Eskalation mit Ansage

Denn Olaf Latzel steht seit Jahren für eine bewusst provozierende Form von Predigt.

So verweigerte er einer Pastorin die Kanzel und beleidigte andere Religionen. Dabei nannte Latzel zum Beispiel das islamische Zuckerfest (das muslimische Fest des Fastenbrechens) „Blödsinn“, sprach vom katholischen „Reliquiendreck“ oder von Buddha als „dicken, fetten Herrn“.

Spätestens damit war er weit über Bremen hinaus zum Symbol eines besonders scharf ausgrenzenden, kulturkämpferischen Fundamentalismus geworden.

Zum Strafverfahren wegen Volksverhetzung und Disziplinarmaßnahmen der BEK führten letztlich queerfeindliche Äußerungen Latzels auf einem Eheseminar im Jahr 2019, das ein Gemeindemitglied online veröffentlichte. Eine Chronik des gesamten Verfahrens ist bei buten un binnen veröffentlicht.

In dem Eheseminar sprach Latzel – wie u.a. im Urteil des Amtsgerichts Bremen wiedergegeben – von Homosexualität als eine „Degenerationsform von Gesellschaft“. Außerdem sagte er: „Überall laufen die Verbrecher rum vom Christopher Street Day.“ Hinzu kam die Formulierung: „Der ganze Genderdreck ist ein Angriff auf Gottes Schöpfungsordnung. Das ist zutiefst teuflisch und satanisch.

Das Amtsgericht Bremen verurteilte Latzel wegen dieser Äußerungen zunächst wegen Volksverhetzung zu einer Geldstrafe. Das Landgericht sprach ihn in der Berufung hingegen frei.

Zwar sah das Landgericht die Wortwahl Latzels als „befremdlich“ und „archaisch“ an und gewiss nicht als geeignet, ein gesellschaftliches Klima zu schaffen, wo alle gut miteinander auskommen. Es hielt die Schwelle zur Strafbarkeit aber als noch nicht erreicht.

Das Oberlandesgericht Bremen wiederum hob das Urteil des Landgerichts auf, weil es eine seines Erachtens durchaus mögliche Strafbarkeit nicht ausreichend geprüft sah und verwies die Sache zurück an das Landgericht.

Überraschenderweise kam es dort dann nicht zu einem Urteil. Denn das Landgericht stellte das Verfahren gegen Zahlung einer Geldauflage ein: Latzel musste 5.000 Euro an den Bremer Verein Rat&Tat – Zentrum für queeres Leben zahlen.

Damit war das Strafverfahren beendet, die strafrechtliche Beurteilung der Äußerungen Latzels bleibt ungeklärt.

Die BEK auf Distanz – zumindest offiziell

Die BEK reagierte nach Bekanntwerden der Vorwürfe gegen Latzel zunächst deutlich und äußerte sich immer wieder zur „Causa Olaf Latzel:

Die Kirchenleitung distanzierte sich dabei „entschieden“ von Latzels abwertenden Äußerungen und erklärte, sie stehe „klar an der Seite homosexuell lebender Menschen“. Im Mai 2020 leitete sie ein Disziplinarverfahren ein. Zwischenzeitlich wurde Latzel sogar vorläufig seines Dienstes enthoben, wogegen er sich jedoch erfolgreich wehrte.

Nach Abschluss des Strafverfahrens beschloss der Kirchenausschuss im Mai 2025 schließlich als Sanktion eine Kürzung von Latzels Bezügen um fünf Prozent für 48 Monate. Die Maßnahme müsste demnach also auch aktuell noch wirksam sein.

Ungeachtet dessen, ob man die von der BEK ergriffenen Maßnahmen als ausreichend beurteilen mag – die Botschaft der BEK, an der maßgeblich die damalige Kirchenpräsidentin Edda Bosse mitwirkte, schien bisher jedenfalls klar: So nicht.

Und jetzt: Kooperation

Umso bemerkenswerter ist die aktuelle Zusammenarbeit.

Denn anders als frühere Konflikte lässt sich die jetzige Kooperation wohl nicht mit der Autonomie der Gemeinden in der spezifischen Struktur der BEK erklären. Hier handelt mit dem Lighthouse eine Arbeitsstelle der Landeskirche selbst und hat sich offenbar aktiv ausgerechnet Latzels Gemeinde als Kooperationspartner ausgesucht.

Die naheliegende Frage: Hat sich die Haltung der BEK unter einer zwischenzeitlich neuen Leitung geändert? Und wenn ja, auf welcher Grundlage?

Will die BEK beschwichtigende Signale senden, statt sich klar gegen Hass und Hetze zu positionieren?

FundiWatch fragt nach

Noch vor Ostern fragten wir bei der BEK nach. Denn für uns enthält die aktuelle Zusammenarbeit zwischen Lighthouse und der St. Martini Gemeinde empfindliche Widersprüche.

Von der BEK erhielten wir eine ausweichende Antwort. Soweit so erwartbar?

Was wir allerdings nicht erwartet hatten, stand in einer zweiten Mail, die wir versehentlich zugestellt bekamen…

Konkrete Fragen – und eine Antwort, die keine ist

Im Kern ging es bei unserer Anfrage an die BEK um vier Punkte:

  • Wie passt die Zusammenarbeit mit Olaf Latzel zur bisherigen klaren Distanzierung – einschließlich laufender Disziplinarmaßnahmen?
  • Hält die Kirche ihn und seine Gemeinde ernsthaft für einen geeigneten Partner – ausgerechnet unter dem Leitbild „Mission Respekt“?
  • Und darüber hinaus: Wie will die BEK dem wachsenden Einfluss christlich-fundamentalistischer Strömungen begegnen, wenn sie gleichzeitig mit entsprechenden Akteuren kooperiert?
  • Und nimmt sie dabei bewusst in Kauf, dass solche Kooperationen als Signal der Akzeptanz verstanden werden könnten?

Kurz gesagt: Wir wollten wissen, ob die BEK ihre eigenen Maßstäbe ernst nimmt – oder ob sie in der Praxis deutliche Abstriche macht.

Die Antwort, die uns Donnerstagabend „für die Kirchenleitung der BEK“ erreichte, könnte nichtssagender und ausweichender kaum sein:

„Alle Veranstaltungen des Lighthouse Bremen finden auf der Grundlage von ‚MissionRespekt.Christliches Zeugnis in einer multireligiösen Welt‘ statt. Die Bremische Evangelische Kirche geht davon aus, dass sich auch die von Ihnen genannte Veranstaltung des Lighthouse auf der Basis dieses Konsenspapiers bewegt.“

Mehr nicht. Keine Einordnung, keine Abgrenzung, keine Erklärung der Zusammenarbeit.

Ein Blick hinter die Kulissen: Mission respektlos?

Nun zum Überraschenden und für uns Entlarvenden:

Eine interne, kommentierende E-Mail des Pressesprechers der BEK an einen Medienverteiler (im Cc der aktuelle Kirchenpräsident Bernd Kuschnerus sowie die Leitung der Kirchenverwaltung) erreichte – offenbar versehentlich – auch uns.

Aus der Kommunikation geht hervor, dass die Antwort bewusst erst spät innerhalb der gesetzten Frist vor den Osterfeiertagen versendet wurde, offenbar mit dem Ziel, möglichst wenig öffentliche Aufmerksamkeit zu erzeugen.

Zudem wurde intern festgelegt, auf weitere Nachfragen nicht einzugehen und die öffentliche Reaktion – etwa in sozialen Medien – zu beobachten.

Was sehen wir hier? Auf Zeit spielen, Aufmerksamkeit vermeiden, Kritik möglichst aussitzen.

Mehr als nur ein lokales Problem

Die Kooperation der BEK mit St. Martini sollte auch nicht als ausschließlich lokales Thema gesehen werden.

Abgesehen davon, dass die Aktionswoche (einschließlich der Predigten von Latzel), auch online übertragen wird ist sie bewusst auf die Übernahme durch Gemeinden auch andernorts ausgerichtet.

Zudem sind Latzel und seine Gemeinde in christlich-fundamentalistischen Netzwerken weit vernetzt. Sowohl im „Netzwerk Bibel und Bekenntnis“ als auch weit darüber hinaus wird sein Strafverfahren als vermeintlicher „Justizskandal“ und angeblich zunehmende „Christenverfolgung“ hochstilisiert.

Unterstützung durch die internationale Christliche Rechte: Alliance Defending Freedom

Latzel kann dabei auch auf die Unterstützung der internationalen christlichen Rechten setzen: die rechtschristliche US-amerikanische Anwalts-Lobby-Organisation Alliance Defending Freedom (ADF) begleitete das Strafverfahren gegen Latzel engmaschig medial.

ADF praktiziert Kulturkampf vor Gericht. Ihre Strategie lässt sich durchaus als „lawfare“ bezeichnen – eine Strategie, bei der Mittel des Rechtsstaats wie Gerichtsverfahren nicht primär zur Rechtsdurchsetzung, sondern zur Schwächung der Gegner*innen eingesetzt werden.

Seit Jahren zählt ADF zu den zentralen internationalen Akteuren der christlich-rechten Szene, die weltweit gegen LGBTQ*-Rechte und reproduktive Selbstbestimmung mobilisiert und vom Southern Poverty Law Center als „hate group“ eingeordnet wird.

Screenshot einer Website des SPLC (Southern Poverty Law Center) mit dunklem Design. Links steht groß „Alliance Defending Freedom“ mit dem Hinweis „SPLC Designated Hate Group“. Darunter Angaben: Ideologie „Anti-LGBTQ“, gegründet 1994, Standort Scottsdale, Arizona. Oben Navigation zu „Racial Justice Issues“, „Find Resources“ und „State Support“. Rechts ist das Logo von „Alliance Defending Freedom“ zu sehen.
Infoseite Southern Poverty Law Center zur Alliance Defending Freedom, Quelle: https://www.splcenter.org

So wirkte ADF beispielsweise im Umfeld der Aufhebung des Urteils zum Recht auf Abtreibung in den USA (Roe v. Wade) mit, unterstützt dort aktuell – vor dem Supreme Court gerade erst „erfolgreich“ – Verfahren gegen Verbote von Konversionsbehandlungen und baut – von Medien weitgehend ignoriert oder allenfalls am Rande erwähnt – bereits seit einigen Jahren ihren Einfluss in Europa mit erheblicher finanzieller Schlagkraft aus.

Das European Parliamentary Forum for Sexual and Reproductive Rights (EPF) warnt seit Jahren vor massiv wachsender Einflussnahme religiös-extremer und gegen Menschenrechte agierender Netzwerke in Europa, darunter auch der ADF.

Titelseite des EPF-Reports: Grafik eines Eisbergs im Meer: Über der Wasseroberfläche ist nur die Spitze sichtbar, darunter ein großer Teil mit Geldscheinen im Inneren. Links steht der Titel „Die Spitze des Eisbergs“ sowie der Untertitel über religiös-extremistische Geldgeber gegen Menschenrechte auf Sexualität und reproduktive Gesundheit in Europa (2009–2018). Unten ist das Logo des European Parliamentary Forum (EPF).
Report des EPF „Die Spitze des Eisbergs“, Quelle: Quelle: https://www.epfweb.org

Wie berechtigt diese Warnungen sind, zeigt neben mittlerweile zahlreichen Auftritten der ADF in Deutschland (vgl. z.B. hier, hier oder hier) auch dessen Mitwirkung am Project 2025 – jenem Programm der Heritage Foundation, das nicht bloß konservative Politik formuliert, sondern auf einen autoritären Umbau des US-Staates hinausläuft, wie wir ihn derzeit in den USA verfolgen können.

Das Buch „Der Fall Latzel“: Ein Rufmord GEGEN den Rechtsstaat

Ungeachtet dessen veröffentlichte ausgerechnet Felix Böllmann, Leiter der Rechtsabteilung von ADF International Wien, gemeinsam mit David Wengenroth, Leiter des Meinungs-Ressorts beim rechtskonservativen, evangelikalen Idea-Magazin, Ende vergangenen Jahres das Buch „Der Fall Latzel – Ein Rufmord mithilfe der Justiz.

Buchcover „Der Fall Latzel“ von David Wengenroth und Felix Böllmann. Untertitel „Ein Rufmord mithilfe der Justiz“. Illustration zeigt zwei Männer im Gerichtssaal an einem Tisch sitzend, einer schreibt, der andere mit verschränkten Händen; im Hintergrund eine weitere Person.
Buchcover „Der Fall Latzel“, Fontis-Verlag, Quelle: https://www.fontis-shop.de

Nach Autoren und Untertitel nicht überraschend wird das Verfahren gegen Latzel in dem Buch als politischer Skandal geframed und Latzel zum Opfer einer Kampagne aus Justiz und Medien erklärt.

Idea begleitete das Verfahren ebenfalls intensiv und veröffentlichte beispielsweise ein Interview (Paywall) mit Latzel unter der Zitatüberschrift:

Screenshot eines IDEA-Artikels mit der Überschrift „Interview - Olaf Latzel: ‚Ich halte mich nach wie vor für unschuldig‘“ (29.07.2025). Darunter ein Foto von Olaf Latzel in einer Kirche mit bunten Kirchenfenstern im Hintergrund. Bildunterschrift: Olaf Latzel spricht über seine Gerichtsprozesse und Disziplinarverfahren.
Screenshot Vorschau Idea-Interview mit Olaf Latzel, Quelle: https://www.idea.de

Die BEK und die internationale Christliche Rechte geben sich in St. Martini die Klinke in die Hand…

Zuletzt bleibt zu erwähnen, dass bereits am 25. April 2026 – also einen Tag nach Abschluss der Aktionswoche mit dem Lighthouse – in St. Martini ein „Studientag“ unter dem Titel „Christenverfolgung in Deutschland?! stattfindet.

Zweiteiliges Veranstaltungsplakat „Christenverfolgung in Deutschland?!“ für Studientag kirchlicher Mitarbeiter und Pfarrer. Links: Referentenliste mit Namen und Themen (u. a. Pastor Dr. Theol. Stefan Felber, Dr. jur. Felix Böllmann, Prof. Dr. jur. Torsten Schmidt, Pastor Olaf Latzel). Rechts: Veranstaltungsdetails mit Datum (25. April 2026), Ort (St. Martini Gemeinde Bremen), Veranstalter (ADF International Wien), Kostenhinweis sowie Anmeldeinformationen. Dadruter Bibelvers: "Selig sind, die um Gerechtigkeit willen verfolgt werden; denn ihrer ist das Himmelreich. (Matthäus 5,10)"
Veranstaltungsankündigung „Studientag“: „Christenverfolgung in Deutschland?!“ auf der Webseite des Gemeindenetzwerks (Arbeitsbereich des Gemeindehifsbundes), Quelle: https://www.gemeindenetzwerk.de

Veranstalter: Die ADF International Wien. Als Referent dabei: wiederum Felix Böllmann von der ADF.

Auch darauf wiesen wir die BEK in unserer Anfrage hin. Die (Nicht-)Antwort wurde bereits erwähnt.

Man könnte also durchaus sagen: Die BEK und eine als Hate-Group eingeordnete rechtschristliche Organisation werden sich in St. Martini in Kürze die Klinke in die Hand geben…

Hofft die Kirchenleitung, dass das niemand mitbekommt?

Kein Einzelfall – Peter Hahne zu Gast in St. Martini

Wer also die Zusammenarbeit des Lighthouse mit St. Martini als punktuelle Kooperation verharmlosen will, übersieht den größeren politischen und ideologischen Zusammenhang, in dem sich diese Gemeinde längst bewegt.

Im Übrigen zeigte sich bereits im letzten Sommer, als zum Jubiläum der St. Martini Gemeinde ausgerechnet der ehemalige ZDF-Moderator und Brückenbauer zur Neuen Rechten, Peter Hahne, auftrat, wie sehr Latzel und seine Gemeinde ihrer ideologischen Linie treu bleiben.

In seiner Predigt stellte Hahne unter anderem den Nationalsozialismus („Hakenkreuz-Religion„) und queere Menschen („Regenbogen-Religion„) gleich.

Die Veranstaltung mit Hahne wurde zunächst auch auf der Webseite der BEK angekündigt:

1. Rechte Christen unter sich: Dass Olaf Latzel zum Jubiläum seiner Martini-Gemeinde Peter Hahne einlädt, wundert nicht wirklich – beide sind extrem rechts. Dass die Bremische Evangelische Kirche die Veranstaltung auf ihrer Homepage bewirbt macht hingegen fassunglos… buff.ly/PL6AiCY

FundiWatch (@fundiwatch.bsky.social) 2025-08-26T19:49:40.065Z

Nach kritischen Medienberichten distanzierte sich die BEK, ohne den Auftritt Hahnes namentlich zu erwähnen. Und verwies auf die vermeintliche Alleinverantwortlichkeit der St. Martini Gemeinde.

Sehen wir im aktuellen Fall nun wieder einen merkwürdigen Schlingerkurs?

Die eigentlichen Fragen

Die BEK betont weiterhin ihre Werte: Respekt, Dialog, Verantwortung.

Schließt dieses Motto Kooperationen wie die mit Latzel ein?

Wo bleiben bei so einer Veranstaltung „Respekt, Dialog & Verantwortung“ in Bezug auf die Menschen, die immer wieder Betroffene von Hasstiraden Latzels werden?

Fazit: Zwischen (vermeintlichem) Anspruch und Praxis

Die BEK distanziert sich – und arbeitet doch zusammen.

Sie antwortet – ohne zu antworten.

Und sie kommuniziert – in der Hoffnung, dass es niemand mitbekommt.

Eine „Mission Respekt“ sollte anders aussehen.

Instagram
Fundiwatch at Bluesky
Bluesky
WordPress Cookie Plugin von Real Cookie Banner